Portrait

Nach Grund- und Sekundarschule in Goldau 1935–38 Lehre als Maler und Besuch der Kunstgewerbeschule in Zürich. 1939–1942 als Restaurator und Vergolder im Wallis tätig, 1942–46 als Grafiker und Maler tätig, Aktivdienst vor allem im Tessin. 1946–47 Besuch der Acca­demia delle Belle Arti in Rom, arbeitete parallel im Atelier des Bildhauers Amerigo Tot (1909–1984). 1948–49 Studienreisen nach Skandinavien und Paris. Ab 1949 freischaffender Künstler in Goldau; 1956 Bau des Atelierhauses auf der Ber­nerhöhe in Goldau. 1960 Heirat mit Frederike Märzendorfer. Ab 1954 bis zu seinem Tod arbeitete er kontinuierlich an öffentlichen Aufträgen für Glasgemälde und Wand­bilder. Parallel und in den Zeiten zwischen den Auftragsarbeiten schuf er eine grosse Zahl figürlicher Szenen und Landschaften. Seit 1953 unternahm er regel­mässig Rei­sen, meist im Herbst, in den Mittelmeerraum, bevorzugt nach Italien und Griechen­land. Auf diesen Reisen entstanden zahlreiche Skizzen und Aquarelle, die er teilweise im Atelier zu Öllbildern verarbeitete. 1979 Innerschweizer Kulturpreisträger als Erneuerer der Glas­malerei. 1998 Gründung der Stiftung Maler Hans Schilter, Goldau.

Selbstportrait
Selbstportrait
1947
Öl auf Leinwand
Bildnis des 64-Jährigen
Bildnis des 64-Jährigen
1981/82
Öl auf Leinwand
Der Tod und der Maler
Der Tod und der Maler
1978
Öl auf Leinwand

Das Œuvre von Hans Schilter setzt sich einerseits aus zahlreichen Auftragsarbeiten zusammen, meist für Wandbilder in und an öffentlichen Bauten sowie Einzelscheiben oder ganze, teils umfangreiche Scheibenzyklen in Rathäusern, Kirchen und Kreuz­gängen. Andererseits entstand ein umfangreiches Werk an Atelierarbeiten in verschie­denen Techniken (Öl, Aquarell, Feder, Radierung). Auch arbeitete er intensiv in der Natur, insbesondere auf seinen Reisen.

Schilters Œuvre schliesst sich thematisch und maltechnisch an die vor und während des Zweiten Weltkriegs gepflegte Schweizer Malerei an. Sind es zunächst Themen­kreise wie Familie, Brauchtum, Land- und Dorfleben, kommen bald historische sowie mythologische Themen dazu. Einen hohen Stellen­wert besitzen zudem während des ganzen Schaffens religiöse Themen. Dabei befasste sich Hans Schilter auf seinen grossen Wandbildern und in den Scheibenzyklen intensiv mit der christlichen Ikono­graphie. Insbesondere in seinen Landschaftsdarstellungen orientierte er sich formal und farblich am Expressionismus der Jahrzehnte nach dem Ersten Weltkrieg. Diese Stilrichtung hatte August Babberger in der Innerschweiz bekannt gemacht. Schilter entwickelte sich zum eigenständigen Gestalter seiner Umwelt, des Urnersees mit dem Urirotstock, des Talkessels von Schwyz mit den beiden Mythen, des Arther Bodens mit dem Zugersee und der Rigi. In seinen Glasbildern tendierte er zunehmend zur formalen Vereinfachung, um dem Buntglas einen hohen, unverfälschten Stellen­wert zukommen zu lassen, im Bewusstsein der Gefahr der grafischen Vereinfachung und des teilweisen Verlustes der malerischen Wirkung. Den Weg der völligen Abstraktion hat Schilter jedoch nie beschritten.

Mit seinem reichen Schaffen für öffentliche Bauten und dem grossen Werk an Tafel­bildern, Aquarellen und grafischen Arbeiten gehört Schilter zu den wichtigsten Ver­tretern der Innerschweizer Kunst des 20. Jahrhunderts. Er prägte damit das Kunstver­ständnis dieser Region wesentlich mit. Einer Künstlervereinigung hat Schilter aber nie angehört. Intensive Freundschaften pflegte er mit dem Maler und Architekten Werner Jakob Müller, Zürich und Ascona, sowie mit dem Schriftsteller Franz Fassbind (1919–2003), Adliswil.